Ostfriesland-Handicap

Handicap und Querschnittlähmung in Ostfriesland an der Nordsee

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Start Pflege

12 Forderungen für eine würdevolle Pflege

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4. Kostentransparenz
Bisher erfolgt keine Offenlegung der Bilanzen von Einrichtungsträgern. Angesichts von Heimkosten, die monatlich bis zu 3.000 Euro und mehr betragen, haben die Bewohner ein berechtigtes Interesse daran, zu erfahren, wie dieses Geld vom Heimträger verwendet wird. Daher müssen die Träger zu vollständiger Kostentransparenz verpflichtet werden.
 
5. Ärztliche Versorgung
Die ärztliche Versorgung pflegebedürftiger Menschen in stationären Einrichtungen ist aufgrund der Strukturen im Gesundheitswesen äußerst problematisch. So sind Ärzte wegen der geringen Vergütung von Hausbesuchen oftmals nicht bereit, stationäre Pflegeeinrichtungen aufzusuchen.
Um eine ärztliche Versorgung zu gewährleisten, sollte jedem Pflegeheim ein Heimarzt zur Verfügung stehen, der für die ärztliche Betreuung der Bewohner verantwortlich ist.
 
6. Räumliche Voraussetzungen
Um den berechtigten Wünschen der Bewohner nach Privatsphäre Rechnung zu tragen, muss dem Wunsch nach einem Einzelzimmer entsprochen werden. Ferner ist sicherzustellen, dass das angemessene Angebot an Gemeinschafts- und Therapieräumen den Bewohnern tatsächlich zur Verfügung steht. Diese Räume müssen auch in den Abendstunden und an Sonn- und Feiertagen
zugänglich sein.
 
7. Verantwortliche Pflegeteams
Insbesondere ältere pflegebedürftige und Demenz erkrankte Personen sind darauf angewiesen, dass das Pflegepersonal nicht permanent wechselt. Unabdingbare Voraussetzung für Wohlbefinden und Zufriedenheit in einer stationären Pflegeeinrichtung ist, dass Pflege und soziale Betreuung von vertrauten
10 Personen durchgeführt wird. Daher sind feste Pflegeteams zu bilden, die einzelne
pflegebedürftige Menschen eigenverantwortlich betreuen und versorgen. Dadurch wird ein persönlicher Umgang miteinander ermöglicht.
 
8. Fachkräfteanteil
Der in der Heimpersonalverordnung festgelegte Fachkräfteanteil von 50 Prozent, der in zahlreichen Pflegeeinrichtungen bis heute nicht erreicht ist, kann nur eine Untergrenze sein. Bei den derzeitigen Anforderungen in Pflegeeinrichtungen, in denen meist schwer Pflegebedürftige leben, wäre eher ein Anteil von 60 Prozent oder mehr bei sehr sorgfältiger Auswahl des Personals angemessen. In allen Arbeitsschichten des Heimbetriebs muss eine angemessene Besetzung mit Fachkräften gesichert sein.
 
9. Fortbildungen
Um zu gewährleisten, dass die Pflege aufgrund des neuesten Erkenntnisstandes erfolgt, müssen jährliche Fort- und Weiterbildungen Pflicht werden. Folgende Bereiche sind dabei unbedingt abzudecken:
- Pflegeplanung (Dokumentation, Pflegediagnose),
- Dekubitusprophylaxe,
- Kontinenztraining und Umgang mit Inkontinenz,
- Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung,
- psychosoziale Betreuung,
- Ausbau und Planung von tagesstrukturierenden Maßnahmen,
- Gewalt in der Pflege.
Dabei ist zu gewährleisten, dass die Kosten hierfür vom jeweiligen Einrichtungsträger übernommen werden. Ferner muss sichergestellt werden, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fortbildungen während der Schulungsdauer unter Fortzahlung der Bezüge von ihrer Tätigkeit freigestellt werden. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte so zu gestalten, dass sie Gelegenheit haben, das neu Gelernte auch tatsächlich umzusetzen.
Um unterschiedliche Einschätzungen des Pflegebedarfs zwischen Einrichtungsleitung und Pflegefachkräften zu vermeiden, müssen auch die Heimleitungen zu Fortbildungen im Bereich Pflege- bzw. Personalbedarf verpflichtet werden.
 
10. Stärkung der häuslichen Pflege
Die wenigsten Menschen möchten gerne in einem Pflegeheim leben. Die Entscheidung für stationäre Pflege wird meist nur deswegen getroffen, weil die Betroffenen keine Möglichkeit haben, sich im häuslichen Bereich pflegen und betreuen zu lassen. Da die Bedürfnisse der Einzelnen oftmals nicht innerhalb der in Deutschland bestehenden Pflegestrukturen befriedigt werden können, müssen diese Strukturen vollkommen neu überdacht werden. Dabei geht es vor allem darum, den Aufenthalt pflegebedürftiger Personen in ihrer eigenen häuslichen Umgebung so lange wie möglich zu erhalten.
In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung von neuen Versorgungs und Betreuungsformen dringend erforderlich. Es existieren bereits vielfältige Projekte hierzu. Im Modellprojekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Altenhilfestrukturen der Zukunft“ wurden Formen der Betreuung erprobt, die allesamt auf die Erleichterung der häuslichen Pflege abzielten. Auch vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung wurden innovative Pflege- und Betreuungskonzepte im Rahmen von Modellprogrammen bereits gefördert.
Pflegebedürftige Menschen möchten in aller Regel in ihrem eigenen Zuhause betreut und gepflegt werden. Formen des Betreuten Wohnens sowie Wohn und Hausgemeinschaften entsprechen diesem Bedürfnis. Leider gibt es viele Angebote des Betreuten Wohnens, die überteuert sind. Es ist aber möglich, Betreutes Wohnen zu angemessenen Kosten zur Verfügung zu stellen. Gerade für demenzerkrankte Menschen ist eine vertraute Umgebung äußerst wichtig.
Dies lässt sich auch nachweisen: So benötigen demente Menschen, die in kleinen Einrichtungen des Betreuten Wohnens leben, weniger Medikamente und weniger Inkontinenzhilfen als die, die in großen Einrichtungen gepflegt und betreut werden.
Neben der Förderung solcher Einrichtungen müssen tagesstrukturierende und unterstützende Einrichtungen flächendeckend ausgebaut werden. Damit die einzelnen Hilfen übergangslos gewährt werden können, ist eine stärkere Vernetzung der ambulanten, halb- und vollstationären Angebote dringend erforderlich. Ambulante wie stationäre Hospiz- und Palliativmedizin-Einrichtungen kommen dem Wunsch vieler Menschen entgegen, schmerzfrei und würdevoll zu sterben. Daher müssen auch diese Versorgungsformen weiter gestärkt werden.
 
11. Unterstützung pflegender Angehöriger
Auch für diejenigen, die zu Hause die Pflege ihrer Angehörigen übernommen haben, müssen vielfältige Hilfsangebote bereitgestellt werden. Im Hinblick auf die physischen und psychischen Belastungen, die eine Pflege mit sich bringt, ist die Entlastung pflegender Angehöriger vordringlich. Es mangelt oft an der Zeit, um von der intensiven Pflege Abstand zu nehmen und sich zu erholen. Deshalb müssen folgende Angebote für die Pflegenden bereitstehen:
- Einrichtung von Gesprächskreisen mit der Möglichkeit, auch psychologische Betreuung in Anspruch zu nehmen,
- Blockentlastung für pflegende Angehörige durch Gewährung einer mindestens dreiwöchigen Erholungskur bzw. Rehabilitationsmaßnahme pro Jahr und Sicherstellung mindestens eines pflegefreien Vor- bzw. Nachmittags pro Woche, - flächendeckende Einrichtung von Notruftelefonen. Darüber hinaus müssen interessierte Bürger gewonnen werden, um Patenschaften in beratender, betreuender und unterstützender Funktion zu übernehmen.
 
12. Zukunft der pflegerischen Versorgung
Auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung steht die Pflegeversicherung vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Nach Auffassung des SoVD können diese bewältigt werden, wenn man zwei Ziele konsequent verfolgt: Zunächst müssen Gesundheitsförderung und Prävention im geriatrischen Bereich mit dem Ziel ausgebaut werden, die Kompetenz der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu erhalten und Pflegebedürftigkeit so weit wie nur irgend möglich zu vermeiden. Darüber hinaus müssen die häusliche Pflege gestärkt und eine Vielzahl und Vielfalt alternativer Wohnmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen geschaffen werden.
Die Unterscheidung zwischen Kranken- und Pflegeversicherung führt oft zu Schnittstellenproblemen, die letztlich auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden. Von daher empfiehlt der SoVD zu prüfen, ob diese Sozialversicherungssysteme im Rahmen der Diskussion einer Bürgerversicherung mit dem Ziel einer umfassenden integrierten Versorgung wieder zusammengeführt werden können. Nicht nur aus Sicht der chronisch kranken, behinderten und pflegebedürftigen Menschen, sondern auch aus allgemeinen sozial- und finanzpolitischen Erwägungen, bedürfen Gesundheits-, Rehabilitations- und Pflegepolitik in der Praxis der stärkeren Vernetzung.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Herausforderungen, die die demografische
Entwicklung mit sich bringt, in den nächsten Jahren zu meistern. Wir sollten diese
Herausforderungen annehmen und die Gelegenheit nutzen, die Versorgungssituation
älterer und pflegebedürftiger Menschen zu verbessern. Vor allen Dingen aber sollten
wir uns über die Chance freuen, ein langes und erfülltes Leben zu leben.
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Schlagzeilen

Ein Rutschbrett ermöglicht einen vergleichsweise einfachen Transfer, ob vom Bett in den Rollstuhl, oder vom Rollstuhl auf den Beifahrersitz, mit Rutschbretter unterschiedlicher Länge ist einiges möglich. Paraplegiker sind häufig in der Lage den Transfer mit dem Rutschbrett eigenständig durchzuführen.