Hautpflege bei Querschnittlähmung - Vermeidung von Hautschäden
Auch hier ist es nicht ganz einfach global gültige Empfehlungen zu geben, muß doch jeder Einzelfall individuell beurteilt werden. Es ist ein enormer Unterschied, ob es sich um eine Betroffene mit Paraplegie oder um eine beatmungspflichtige Tetraplegikerin handelt. Eine professionelle pflegerische Versorgung Querschnittgelähmter beginnt mit dem Verständnis der durchführenden Personen für gewisse Zusammenhänge und Problematiken, die in der Querschnittlähmung selbst begründet sind. Lesen Sie bitte ggf. hierzu den Beitrag Grundlagen: Querschnittlähmung.
Hier heißt es: ... sowie den Verlust des Empfindungsvermögens für Berührung, Schmerz, Temperaturen und Lagesinn ...
Daraus ergeben sich für die Pflegenden folgende Konsequenzen:
Vermeidung von Hautschäden
Es ist unbedingt erforderlich, das Sie sich mit dem Thema Querschnittlähmung beschäftigen und sich ein gewisses Maß an "Fachwissen" aneignen! Das Wissen um diese "Symptome" ist für die Qualität Ihrer Arbeit sehr wichtig. Eine Querschnittgelähmte sitzt viele Stunden am Tag im Rollstuhl und die Haut an Gesäß, Rücken und Rückseite der Oberschenkel wird in diesen Bereichen stark belastet. Die Haut braucht einige Zeit um sich langsam an die Dauerbelastung zu gewöhnen. Für Sie bedeutet das, das es wichtig ist die Betroffenen beispielsweise absolut faltenfrei anzuziehen. Jede kleine Unachtsamkeit macht sich hier durch einen deutlichen Hautabdruck bemerkbar. Hautrötungen oder Abdrücke sind immer ein erstes Alarmzeichen und sollten sehr genau beobachtet werden, denn wie sie wissen spüren die Betroffenen nicht wenn es drückt und zwickt. Hautrötungen oder leichte Druckstellen sollten nicht zufällig entdeckt werden, sondern es muß in jeder Versorgungseinheit explizit danach gesucht werden!! Inspizieren Sie den Rücken, die Schultern, das Gesäß, Arme und Beine ganz genau und vergessen auch nicht die Po-Falte und den Analbereich. Haben Sie keine Scheu die Betroffenen anzufassen und zu berühren, diese sind aus ihrem mehrmonatigem Klinikaufenthalt einiges gewohnt. Beachten Sie, das die Betroffenen von Ihrem Urteilsvermögen stark abhängig sind, da sich niemand selber auf den Rücken gucken kann und sie zusätzlich keine Druckstellen spüren.
Eine so penibel durchgeführte Versorgung braucht ihre Zeit, achten sie am Anfang bei allem was Sie machen auf Genauigkeit, die Geschwindigkeit der Durchführung einer kompletten Pflegeeinheit wächst mit der Zunahme der Routine die Sie erlangen ganz von selbst. Alles was die Betroffenen machen möchten, ist ohne jede Einschränkung von einer intakten Haut abhängig. Druckstellen zu haben heißt unter Umständen nicht aufstehen zu können, keine Physiotherapie, kein dies nicht, kein das nicht.
Eine intakte Haut ist oberstes Gebot, alles andere kommt danach!



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